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Glasklarer Sound und persönliche Songs
knap Bramsche
Mit ein wenig Blues, ein bisschen Funk, einer mittelgroßen Portion Deutschrock und ganz viel Pop überzeugte
am Donnerstag „Michael Witte & Band“ auf dem Kirchplatz. Die Formation aus Osnabrück erfreute ihr Publikum
mit einem glasklaren Sound und sehr persönlichen Songs.
Neben Michael Witte (Gitarre, Gesang) standen Gerwin Spalink (Schlagzeug), Ralf Strotmann (Bass),
Sabrina Mertinkat (Geige) und Alex Rosenhof (Gitarre) auf der Bühne. Dass die fünfköpfige Band bereits seit
längerer Zeit ein eingespieltes Team ist, merkte man bereits nach wenigen Minuten. Die perfekte Abstimmung
war besonders in kleinen, glasklaren Jam-Passagen spürbar. So wechselte Gitarrist Alex Rosenhof mitten im
Song „Ozean in mir“ von der elektrischen zur akustischen Gitarre und lieferte sich anschließend mit Frontmann
Michael Witte und Sabrina Mertinkat an der Geige ein mitreißendes Instrumentalgefecht, welches die
unterfütternde Rhythmusgruppe, bestehend aus Gerwin Spalink und Ralf Strotmann,
allerdings nie zu abschweifend geraten ließ.
Michael Wittes Stimme kann man irgendwo zwischen Heinz-Rudolf Kunze und Stoppok verorten.
Es ist kein Zufall, dass sich auch die Songs des Osnabrücker Songwriters das ein oder andere Mal an diesen
beiden Größen des Deutschrock orientieren. Wie bei vielen Stücken von Stefan Stoppok ist die
Instrumentierung erdig und oft semi-akustisch. Witte griff auf dem Kirchplatz zwar auch gelegentlich zur
E-Gitarre, hauptsächlich blieb er aber bei der akustischen Variante und überließ die punktgenauen Soli und
kleinen Funk-Ausflüge seinem umtriebigen Mann zur Rechten, Alex Rosenhof.
An Heinz-Rudolf Kunze erinnerte bei den Songs von Michael Witte vor allem sein Hang zu
melancholisch-romantischen Texten. Der Mann aus Osnabrück erzählte Geschichten, die nicht vor Zutaten
wie Pathos und Wehmut zurückschreckten. Er erreichte damit eine Authentizität, die sensationell mit der
erdigen, handgemachten Note der musikalischen Seite von „Michael Witte & Band“ harmonierte.
Genug Platz für nuancierte Reggae-Funk-Abstecher („Weißblechwände“ vom aktuellen Studioalbum
„Straßen und Kurven“) und ein paar ältere Songs (zum Beispiel „Die Welt bewegt“ vom Debütalbum)
blieb natürlich trotzdem.
Das Quintett verweilte nie in scheinbar vorgefertigten Schablonen und überraschte immer wieder mit kleinen
exotischen Ausflügen. Allen voran war Geigerin Sabrina Mertinkat eine unglaubliche Bereicherung und gab dem
Akustikpop von Michael Witte eine äußerst stimmige Folk-Note. Wie sie sich mit ihrem feinsinnigen Instrument
mmer wieder zwischen E-Bass, Schlagzeug und E-Gitarre Gehör verschaffte und die Blicke des Publikums auf
sich zog, war wie der gesamte Auftritt von „Michael Witte & Band“ sehenswert.
Neue osnabrücker Zeitung, Juli 2009 08.07.2009
Mal schnoddrig, mal verträumt
Von Tom Bullmann
Wie ein Liedermacher der alten Schule kommt Michael Witte aus Osnabrück daher:
Sich punkigen Entwicklungen à la Monsters Of Liedermaching verweigernd, liebt er es eher poetisch und
bettet seine Texte in eine Mischung aus Folk, Rock und Pop. Am 16. Juli präsentiert er sein brandneues Album
„Straßen und Kurven“ im Anyway.
Ein lässiger Reggaerhythmus treibt einen Bläsersatz vor sich her, derweil der Sänger fabuliert: „Ich werd das
Gefühl nicht los, dass ich in einer Dose sitz, und mein ganzes Leben an die Weißblechwände schwitz...“
Michael Witte heißt der Dichter, der solche Verse in eingängige Musik verpackt und sich dabei anhört wie eine
Mischung aus Stoppok, Heinz Rudolf Kunze und Roger Cicero. Mal schnoddrig, mal verträumt, mal
nachdenklich gibt sich der Osnabrücker auf seinem neuen Album „Straßen und Kurven“.
Einen kleinen Vorgeschmack auf das CD-Release-Konzert im Anyway bekam das Publikum am vergangenen
Wochenende vor der Lagerhalle: „Street-Beats“ heißt die Reihe, die aufstrebenden Talenten die Chance gibt,
auf dem Platz vor dem soziokulturellen Zentrum ihre Instrumente auszupacken und dem Publikum im
Biergarten zu zeigen, was sie können. Witte rückte mit abgespeckter Formation an. Zur Unterstützung hatte er
einen Bassisten und einen versierten jungen Gitarristen mitgebracht, außerdem einen willigen Angestellten in
Sachen Rhythmus: einen Drumcomputer, der zum Einsatz kam, wenn die Songs einer rhythmischen
Akzentuierung bedurften. Normalerweise tritt der 39-Jährige nämlich mit ausgewachsener Band inklusive
Schlagzeuger und Violinistin auf.
Auf seiner neuen CD bekommt man zwei Arten Songs zu hören: Liebeslieder mit feinem Humor und Songs über
das Leben und die eigene Identität wechseln sich mit lebendigen, teils gut rockenden Nummern ab. Dann
erzählt Witte beispielsweise in einer lockeren Ode an eine Angebetete von einer „Nacht und mehr“. Überhaupt
olgt der Sänger der Devise „Die schönsten Straßen sind doch immer die mit den Kurven“ aus dem Titelsong
seiner CD.
Dass Witte sich in der Osnabrücker Szene längst einen Namen gemacht hat, zeigen die Gäste, die ihm bei der
Realisierung seines Albums geholfen haben. Neben Sabrina Mertinkat, die vielen noch von der Frauenkultband
Die Schweine bekannt sein dürfte und Geige spielte, waren auch Saxmann Tommy Schneller und Posaunist
Dieter Kuhlmann am Werk, wenn es um knackige Bläsersätze ging. „Ich werde sicherlich ein paar
Überraschungsgäste mitbringen können“, hofft Michael Witte im Vorfeld der Release-Party. Was schon feststeht,
ist die Vorgruppe um 20 Uhr im Anyway: Joey McPhee Feat. Chrys Chambers.
Der CD-Tipp: Michael Witte – „Straßen und Kurven”, Insider Juni Ausgabe 2009
Künstlerisch wertvoll und dennoch alltagsnah – dieser Spagat gelingt heute leider immer weniger Musikern,
auch bzw. gerade im deutschsprachigen Raum. Michael Witte & Band jedoch kann man ruhigen Gewissens
dieses Prädikat zuschreiben, denn„Straßen und Kurven”, so der Titel ihres neuen Albums, strotzt geradezu vor
Songwriter-Qualitäten. „Manche Träume sind ein Leben wert, doch nicht jeder gibt sein Leben auf Verdacht” –
Witte vermittelt Träume, Ängste und Visionen, die wohl jeder von uns schon einmal durchlebt hat. Auf
einfühlsame, kreative Art und Weise spielen Gitarre, Violine, Schlagzeug & Co. den „Live your life”-Soundtrack –
made in Osnabrück. Dass der Vollblutmusiker für seinen zweiten Longplayer mit Thommy Schneller (Saxophon)
gar eine weitere musikalische Größe der Region gewinnen konnte, unterstreicht seinen eigenen Stellenwert.
„Zu wenig Sonne aus dem Süden, zu wenig Farbe in der Welt. Zu viele Tage, die uns nichts bedeuten und zu
viele Taschen ohne Geld” („Weißblechwände”).Michael Witte versteht es perfekt, der Gesellschaft den Spiegel
vorzuhalten, ohne dabei den Zeigefinger auszustrecken oder gar explizit zu mahnen.
Nach mehrmaligem Hören, berauscht von der eingängigen aber niemals langweiligen Stimmung dieser Platte,
kennt man zwar die Texte auswendig – entdeckt aber zwischen den Zeilen noch immer die eine oder andere
Botschaft. Textzeilen wie die folgende offenbaren außerdem, dass der Künstler durchaus eigene, mitunter
schwer erreichbare Wünsche verarbeitet hat: „Ich wär so gern mein eigener Wind, ein völlig ungebranntes Kind”
(„Ozean in mir”). Letztlich ist der Sommer die perfekte Jahreszeit, um ein derartig träumerisches, ab und an
melancholisches, aber nie bedrückendes Album wie dieses zu veröffentlichen. Eine gute Flasche Wein,
ein Liegestuhl und „Straßen und Kurven”– fertig ist die gelungene, laue Sommernacht.
Offizieller Pressetext des Vertriebs
Michael Witte & Band - Straßen und Kurven
Manchmal triffst du einen Menschen mit besonders hohem Wohlfühlfaktor. Dann merkst du, dass das, was für
dich nur ein schamhaartiefer Teich war, zu einem weiten Ozean wird, dessen Wellen du reitest. Während die
Welt ihren Blick für Kleinigkeiten verliert, und du dich fragst, welche Farbe dir am Besten steht, bleibst du an
der Supermarktkasse unerkannt. Wie die Frau nebenan, die über Nachtum Jahre gealtert scheint, der
chattengänger aus dem 19. Stock, der den Verrat seines Kühlschranks fürchtet und die Bäckereifachverkäuferin,
die beim Anblick ihrer Brötchengrinsetüte vom Ausbruch aus der Alltagsdose träumt. Zwischen den Scherben
suchst du nach dem Fundament deiner Träume und plötzlich ist da jemand in dessen Augen noch Licht brennt.
Dass es noch mehr da draußen gibt, erzählt uns der osnabrücker Sänger und Songschreiber Michael Witte auf
seinem zweiten Album „Straßen und Kurven“ in mitfühlbaren Texten über die Unvorhersehbarkeit des Lebens,
unsterbliche Erinnerungen, alltägliche Tragik und schimmernde Hoffnung. Er wechselt mit seiner Band
musikalische Stimmungen zwischen Pop, Rock, Folk und rauem Hillbilly-Charme und seine musikalischen Gäste
setzen durch Bläser, Concertina und Dulcimer gekonnt Akzente.
“Eine der besten Bands aus 25 Jahren osnabrücker Musikgeschichte!” (Stadtblatt)
“Die ohne große elektronische Spielereien eingespielten Stücke mit Gesang in deutscher Sprache erinnern an
die Hamburger Schule, ohne aber bei einem anderen Künstler abzukupfern. Solider Rock/Pop mit
Liedermacherqualität. “(Beat)
“Ein versiert vorgetragenes Ergebnis, das durch erstaunliche songwriterische Eigenständig- und Stimmigkeit
glänzt. Die überwiegend akustisch dargebotenen Deutschrock-Geschichten können auf ganzer Linie
überzeugen.“(Gig)
“Michael Witte versteht es auf seine ganz eigene Weise, melancholische Gefühle in Texte und Melodien zu
verwandeln.“(Kulturportal)
“Die Musik ist handgemacht und schnörkellos, der Sound erdig, groovig und eingängig. Das spielerische
Potenzial der Truppe bewegt sich auf allerhöchstem Niveau. Seine warme, aber dennoch kräftige Stimme
rundete das harmonische Klangbild ab. Von Witte und Band darf man also zukünftig noch einiges erwarten.“
(Neue Osnabrücker Zeitung)
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